Freitag, 21. März 2014

Schatten

Er kommt mir klein vor. Unwirklich. Fast lächerlich.

Und doch ist er da. Stark. Schwarz. Lässt mich nicht los, zieht mich in sein dunkles Loch.

Der Schmerz. Zu ihm gesellen sich immer noch Hoffnungslosigkeit, Angst und Wut.

Ich möchte weinen. Und doch kann ich es nicht. Nicht dass die Tränen nicht kommen. Aber sie dürfen nicht. Nicht solange ich im Büro bin. Und auch nicht solange ich zu Hause bin. Also bleibt nur das Auto. Und die Zeit die ich täglich im Auto verbringe ist relativ gering.

Ich bin müde. Vom Nicht-Weinen. Vom Stark sein. Vom Tapfer sein. Ich will nicht mehr. Ich kann nicht mehr.

Ich stehe kurz vor einer Art "Selbstzerstümmelung". Nicht im wortwörtlichen Sinne. Aber ich spüre den starken Drang irgendetwas "krasses" zu tun. Mir die Haare abrasieren zum Beispiel. Nicht alle, nur so einen kleinen Side-Cut. Ist bei schulterlangen Haaren auch schon ziemlich krass. Oder mir ein zweites, kleines Tattoo stechen lassen. Am Handgelenk. Klitzeklein. Eigentlich nichts dabei. Und eigentlich würde ich mir da auch keine großen Gedanken drüber machen. Wenn ich das alles ohne dieses fiese Gefühl wollen würde. Dieses fiese Gefühl den Schmerz irgendwie betäuben zu wollen.

Das alles scheint so übermächtig und undurchdringbar. Und doch, es stimmt, wo Schatten ist muss auch Licht sein. Es MUSS einfach.

Mittwoch, 19. März 2014

Wie sich die Dinge wohl anfühlten wenn sie noch ganz wären?!

Ich. Meine Ehe. Alles.

Trotz der uns auferlegten Pause das pure Drama im Kopf. Die Angst frisst mich auf. Diese ganz bestimmte Angst, dass sich mein Wunsch niemals erfüllt. Diese ganz bestimmte Angst die sich von hinten anschleicht und dann mit aller Macht zuschlägt. Diese dumme, starke, gemeine, hinterlistige, allgegenwärtige Angst.

Ich komme mir naiv vor mit meiner einen geplanten künstlichen Befruchtung im Juli. Was ist schon eine?! Oder meinetwegen zwei?! Man liest von lieben Blogschwestern die bereits fünf oder zehn oder noch mehr Versuche hinter sich haben - erfolglos. Was will ich da mit meiner einen? Das ist doch lächerlich! Ich bin bescheuert.

Gestern Abend hatte ich einen Termin bei Frau K. Der war wirklich, wirklich anstrengend - tat aber sehr, sehr gut. Obwohl ich "nur" rumgelegen habe und obwohl wir "nur" an der Psyche gearbeitet haben war ich danach auch körperlich total erschöpft. Keine Ahnung wieso ich so tief im Loch bin. Eigentlich hatte ich die Hoffnung bis Juli mehr oder weniger leben zu können. Einfach nur leben. Ich hatte es so fest vor. Dinge tun die man schwanger nicht tun kann. Dinge die ich schwanger wohl eher nicht machen würde. Weg gehen und abtanzen zum Beispiel. Oder sich ordentlich beim Sport auspowern. Stundenlang shoppen gehen. Sushi essen... Möglichkeiten und Ideen gäbe es genug.
Aber, und das "beruhigt" irgendwie - Frau K. sagt ich darf mir das alles eingestehen. Ich darf mir eingestehen im Moment nicht optimistisch und gut drauf zu sein. Ich darf mir eingestehen im Moment niedergeschlagen, hoffnungslos und deprimiert zu sein. Ich darf mir eingestehen im Moment die Schnauze voll zu haben. Voll von Allem.
Dafür ist sie optimistisch für uns beide. Sie ist sehr davon überzeugt dass ich mein Baby in den Armen halten werde. Und immer wenn sie mir das sagt muss ich erst Recht heulen. Weil ich mir da überhaupt nicht sicher bin - und sie sich so sehr.

Denn da ist diese scheiß Angst!

Ironischerweise gelingt es mir noch ganz gut das alles zu verstecken. Hinter einer fröhlichen, gut gelaunten, lächelnden Fassade. Meistens jedenfalls. Wer mich sieht würde wohl nie darauf kommen wie es wirklich in mir aussieht. Außer man erwischt mich dann, wenn ich mich unbeobachtet fühle. Oder man schaut mir ganz tief in die Augen. Was zum Glück niemand tut. Außer Frau K. selbstverständlich. Aber sie weiß es sowieso. Meistens besser als ich selbst. Selbsttäuschung? Oder eher Selbstschutz?

Zwischen meinem Mann und mir ist es nicht wirklich schlimm oder stressig oder sowas. Aber eben auch nicht so wie es sein sollte. Es ist irgendwie "neutral", könnte also definitiv schlimmer sein. Viel schlimmer. Aber eben auch besser. Liebevoller. Wohliger. Inniger. Verständnisvoller. Offener.

Er plant mich bei der jedes Jahr stattfindenden, 4-tägigen Motorrad-Tour im Juli mit ein. Ich sage nein, ich kann da nicht mit. Er fragt wieso. Ich sage wegen der künstlichen Befruchtung. Er fragt wieder wieso. Ich sage weil ich danach nicht Motorrad fahren will. Und er fragt wieder wieso.
Früher war es andersrum. Da sagte er dass man schwanger nicht Motorrad fährt. Heute sagt er dass ich dann ja noch nicht schwanger sei. Und ich sage doch, irgendwie schon.

Er will ein Cabrio. Jetzt. Sofort. Ich sage wieso das jetzt sein muss und denke dabei an die Kosten für die künstliche Befruchtung. Er sagt weil er das jetzt will.

Und mir ist das im Moment alles zu viel. Die Motorrad-Tour. Das Cabrio. Die Diskussionen deswegen. Aber das Leben geht weiter, es wartet nicht, man kriegt keine Pause. Daher wische ich mir meine echten Tränen weg, setzte mein falsches Lächeln auf und mache weiter. Immer weiter.

Bis bald

J.B.

Sonntag, 16. März 2014

Körpergespräche

Lieber Körper,

wir müssen uns unterhalten. Ich weiß dass du es nicht immer leicht hattest mit mir. Aber nichts desto trotz gehören wir untrennbar zusammen, du und ich, daran lässt sich nicht rütteln.

Ich habe dich schlecht behandelt und mitunter auch gequält. Ich habe dir die Pille reingedrückt kaum dass du angefangen hast deinen Dienst zu tun. Dass ich es nicht besser wusste entschuldigt das nur bedingt. Ich war jedes Wochenende von Anfang bis Ende unterwegs, habe geraucht, wenn auch nicht lange, habe ab und an zu viel Alkohol getrunken und bin auch im Winter bauchfrei rumgelaufen, einfach weil es cool war. Und das schlimmste: Ich habe dich mit meiner Magersucht gequält. Lange, bis weit über die Grenze hinaus. Noch dazu musstest du zu dieser Zeit sportliche Höchstleistungen erbringen, der Dressur-Sport ist schließlich kein Zuckerschlecken. Du musstest täglich 2 - 5 Pferde reiten & trainieren obwohl du schon nach dem ersten keine Kraft mehr hattest.

Dessen bin ich mir bewusst und ehrlich gesagt wundert es mich nicht dass du nun deinen Dienst verweigerst. Ich würde mich auch an mir rächen. Aber glaub mir, wenn ich könnte, wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte würde ich besser auf dich Acht geben. Einfach weil ich heute weiß dass du es verdient hast.

Du hast verdient dass ich für dich Sorge und mich um dich kümmere. Dass ich dich nicht über deine Grenzen hinaustreibe. Dass ich dir das gebe was du brauchst. Und ich tue mein Bestes. Ich gehe mit dir zu Frau K., ich ernähre dich ausgewogen und gesund, ich gebe dir die Vitamine & Hormone die du brauchst und ich ziehe dich immer warm an.

Und nun lass uns bitte zusammen arbeiten, nehmen wir gemeinsam unser größtes und vermeintlich schwerstes Ziel, unseren größten Wunsch "in Angriff". Bitte!

In Liebe,

J.B.

Donnerstag, 13. März 2014

Wave after wave...


Wave after wave von Mr. Probz

Mein Gesicht über dem Wasser
Meine Füße können den Boden nicht berühren, 
den Boden nicht berühren,
und es fühlt sich an als könnte ich den Sand am Horizont sehen
jedes Mal wenn du nicht da bist

Ich gleite langsam weg 
Welle um Welle, Welle um Welle 
Ich gleite langsam weg 
Und es fühlt sich an, als würde ich ertrinken 
Ziehen gehen den Strom, Ziehen gegen den Strom

Ich wünschte, ich könnte es einfacher machen,
einfach mich zu lieben,
Aber ich suche immer noch, 
um den Weg zu finden
Ich stecke hier mittendrin fest
Ich suche nach den richtigen Worten um es zu sagen.

Ich gleite langsam weg  
Welle um Welle, Welle um Welle 
Ich gleite langsam weg 
Und es fühlt sich an, also würde ich untergehen
Ziehen gehen den Strom, Ziehen gegen den Strom



Bis bald

J.B.

Dienstag, 11. März 2014

Und monatlich grüßt das Mens-Tier...

Auch bei mir ein negativ. Die Mens kam pünktlich wie ein Uhrwerk...

Es fühlt sich an als würde die Narbe in meinem Herzen / meiner Seele jedes Mal neu aufgerissen, jedes Mal wird die Wunde tiefer und jedes Mal dauert es etwas länger bis sie "zu heilen" beginnt. Kann mir bitte endlich mal jemand den Grund nennen? Verdammt nochmal. Meine Geduld ist so langsam aber sicher am Ende. 5 Jahre für nichts und wieder nichts. Na gut, so ganz stimmt das ja nicht. Aber so fühlt es sich gerade an.

Ich bin wütend, stinksauer und ich habe eine scheiß Angst. Ich habe meinen Mut, meine Hoffnung und meine Zuversicht verloren und versuche derzeit das alles wiederzufinden.

Aber es gibt auch etwas vorsichtig positives: Ich habe einen Plan. Einen definitiven, klaren, deutlichen und ganz genauen Plan. Ausgearbeitet und präzisiert von Frau K. - was würde ich nur ohne sie machen?!

Der sieht wie folgt aus:
  1. Die HP-Psych-Schule muss warten (wird sonst doch etwas viel auf einmal und außerdem kostet das ganze knapp 7.000 € und das konkurriert eindeutig mit Punkt 3)
  2. Jobsuche läuft auf Hochtouren (bei meinem jetzigen Arbeitgeber stehe ich derart unter psychischem Stress, das kann nicht gut sein)
  3. Im Juli wird es eine künstliche Befruchtung geben
Bis dahin muss ich mich in Geduld üben. Ob ich will oder nicht. Mein Progesteron braucht einfach seine Zeit bis es auf einem guten Level ist. Es war schließlich ganz, ganz, ganz weit unten im Keller. Und ich will kein unnötiges Risiko eingehen dass das Zellknäul dann deswegen nicht hält. Frau K. meinte Juli wäre gut, entsprechende Tests vorausgesetzt. Juli passt auch sonst gut da wir da immer unseren Sommer-Urlaub haben.

Tja, aber was ist bis da hin?! Eigentlich sollten wir bis dahin verhüten. Oder es zumindestens nicht darauf anlegen schwanger zu werden. Meiner Psyche zu liebe. Zuerst mal weil dann die Hofferei jeden Zyklus weg fällt. Zumindest mit Verhütung. Und zum anderen um einer eventuellen Fehlgeburt vorzubeugen. Die Gefahr ist wegen dem derzeit niedrigen Progesteron einfach zu hoch.

Hört sich alles vernünftig an. Aber es fällt mir so schwer, ich komm mit meiner Vernunft einfach nicht gegen meine Angst und Ungeduld an. Das ist ein weiteres viertel Jahr in dem ich untätig rumsitze. Ein weiteres leeres viertel Jahr. Ok, die Durchgängigkeitsprüfung der Eileiter kommt dann demnächst irgendwann noch, hoffe ich mal. Am 25. März habe ich Termin zur Besprechung im KiWu-Zentrum und dann weiß ich wie's weiter geht. Denk ich werde ihm dann auch von dem Plan erzählen, zumindestens was den 3. Punkt betrifft. Mal schauen was er sagt.

Ach ja, mein Mann ist wenig begeistert. Aber was soll ich machen? Ich bin bereit, die künstliche Befruchtung mehr oder weniger allein durchzuziehen. Was bleibt mir auch anderes übrig?! Er muss es einfach akzeptieren. Fertig.

Also: Im Juli bin ich dann mal schwanger!

Bis bald

J.B. 

Donnerstag, 6. März 2014

Wie passend...

Also das ist ja mal wieder typisch ich.

Gestern Abend kaum den Post beendet musste ich erstmal auf's Klo und mich übergeben. Und zwar so richtig. Heute Morgen konnte ich kaum auf sein so schlecht war mir. Nichts desto trotz musste ich zur Arbeit, inzwischen geht es etwas besser und so langsam krieg ich hunger.

Geht grad ne Magen-Grippe rum im schönen Oberschwaben? Meine Hausärztin hat Urlaub und bei der Vertretung will ich nicht anrufen. Ich schieb es jetzt einfach mal auf ne Magen-Grippe. Selbstschutz und so, ihr wisst schon.

Heute noch irgendwie den Arbeitstag rumkriegen und dann ab nach Hause auf's Sofa. Denn total k.o. bin ich auch.

Ich dreh noch durch...!!

Heute mal etwas kurz, aber mehr gibt es grade nicht zu erzählen ;)

Bis bald

J.B. (▰˘◡˘▰)


Mittwoch, 5. März 2014

Teste ich oder teste ich nicht?

Ändern tut sich dadurch ja nichts. Wobei... Solange ich es nicht "schwarz auf weiß" hab dass es nicht geklappt hat kann ich immer noch hoffen. Aber nützt ja auch nichts. Davon wird der Test nicht positiv.

Schon bescheuert, oder?

Nun, fühlen tu ich mich soweit gut. ZT 21, die Brüste spannen und schmerzen, im Bauch ziepts manchmal, ab und an ist mir etwas schwindlig und heute Nachmittag hat mich eine Übelkeits-Welle angefallen. Mal hab ich hunger auf alles und könnte die ganze Zeit nur essen und mal macht mich nix an. Aber das alles kenne ich bereits und bisher waren es keine Anzeichen für eine Schwangerschaft. Aaaaaaber es könnten welche sein.

Seit ich gestern geschaut hab bei welchem ZT ich denn eigentlich stehe läuft das Gedanken-Karusell wieder rund. Waaaaaaaaaaah!

Vorhin auf dem Nachhauseweg bin ich mal in der Drogerie vorbei gegangen. Natürlich zu rein informativen Zwecken und natürlich hab ich einfach mal nen Test mitgenommen. Oder besser gesagt zwei. Einen für davor und einen ab Fälligkeit. Die Früh-Tests haben aber eine relativ hohe Fehlerquote. Am 4. Tag vorher liegt die Genauigkeit nur bei rund 50%. Und ich kenne mich. Mache ich jetzt einen Test und der ist negativ rede ich mir selber ein dass ich ja zu den 50% gehören könnte bei denen der Test falsch war. Und ist er positiv rede ich mir das auch ein... Also würde sich ja nichts ändern.

Wieso kriegt man mit der Zeit nur so eine Panik vor diesen ollen Tests?

Bis bald

J.B. (▰˘◡˘▰)